Was Unzufriedenheit ist und warum wir uns überhaupt unzufrieden fühlen5 Min. Lesezeit

Immer dann, wenn unsere Erwartung nicht gleich unserer Realität ist, fühlen wir Unzufriedenheit:

  • Wenn du unzufrieden mit deinem Job bist, gibt es irgendetwas daran, was nicht deinen Wünschen entspricht.
  • Wenn du unzufrieden in deiner Beziehung bist, dann fehlt dir irgendetwas.
  • Wenn du dich darüber ärgerst, dass du zu wenig Sport treibst oder dich zu ungesund ernährst, dann liegt es wohl daran, dass du eine andere Wunschvorstellung davon hast, als du es aktuell tatsächlich umsetzt.

Um deine Unzufriedenheit in den Griff zu bekommen, musst du also zu aller erst verstehen, wie deine Erwartungshaltung den Dingen gegenüber eigentlich ist. Nur so kannst du dein Leben oder auch Situationen in Bahnen lenken, die eben genau dieser Vorstellung entsprechen. Klingt doch eigentlich ganz logisch, oder?

Finde heraus, wo genau bei dir der Schuh drückt und ändere es. Ich helfe dir dabei.

Wie Unzufriedenheit entsteht

Unzufriedenheit entsteht in unseren Gedanken. Immer dann, wenn wir anfangen eine Tatsache, einen Gedanken, eine Situation mit etwas anderem zu vergleichen, kann Unzufriedenheit entstehen.

Das passiert leider sehr oft. In unserer Kindheit haben wir gelernt den Blick auf Fehler und Schwächen zu richten:

  • “Wie, du hast eine 4 in Mathe?”
  • “Nein, so ist es nicht richtig!”
  • “Guck mal, das Nachbarskind kann das doch schon seit 2 Monaten.”

Dazu kommen die schulischen Fehlerquotienten, die ein Inbegriff von Richtung und Falsch darstellen. Die beste Voraussetzung, dass jeder Schüler sich zwangsläufig mit seinem Sitznachbarn und allen 30 anderen Schülern der Klasse vergleicht.

All das hat unsere Wahrnehmung massiv geprägt. Geprägt auf das Richtig und Falsch, geprägt auf Leistung, geprägt auf den Vergleich.


Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit.
– S. Kierkegaard

Wir fühlen uns unzufrieden, wenn …

  • etwas nicht so läuft, wie wir es uns vorstellen.
  • uns etwas fehlt, von dem wir glauben es zu brauchen.
  • andere sich nicht so verhalten, wie wir es erwarten.
  • andere sich nicht so verhalten, wie wir es uns wünschen.
  • wir gerne anders wären, als wir sind.
  • wir uns selbst nicht gefallen und gerne etwas an uns ändern würden.
  • unser Leben nicht so läuft, wie wir es uns vorstellen.
  • ein Grundbedürfnis nicht so befriedigt wird, wie unser Körper es braucht.
  • wir uns etwas wünschen, es aber nicht haben.
  • wir uns etwas wünschen, es aber nicht einfordern.

Je mehr du vergleichst, desto unzufriedener wirst du. Deine Gedanken können dir also ein ganz schön großes Maß an Unzufriedenheit verpassen. Und das einzig und allein deshalb, weil es deine vermeintliche Realität mit etwas anderem, subjektivem vergleicht.

Unsere Grundbedürfnisse haben ebenfalls einen großen Einfluss auf unsere Zufriedenheit.

Daher sollten wir sie nicht außer Acht lassen: Wenn wir Hunger oder Durst haben, extrem müde oder körperlich krank sind, kann uns das ganz schön unzufrieden stimmen. Das ist natürlich nichts, was in unseren Gedanken passiert, sondern eine greifbare Differenz aus dem was ist und dem was sein sollte.

Auch ein Mangel an Mineralien und Vitaminen oder ein aus der Balance geratene Hormonhaushalt kann uns unzufrieden stimmen.

Wie sich Unzufriedenheit äußert:

  • Du bist so gereizt, dass du aus jeder Mücke einen Elefanten machst.
  • Du bist ungeduldig und mürrisch, weil du nicht bekommst, was du willst.
  • Du kannst dich nicht richtig konzentrieren und hast das Gefühl nichts richtig leisten zu können.
  • Du fühlst dich unruhig und angespannt.
  • Du hast Magenprobleme, ständig Kopfschmerzen oder starke Verspannungen.
  • Du bist anderen gegenüber aggressiv oder extrem streitlustig.
  • Du nörgelst die meiste Zeit an anderen oder den Umständen herum.
  • Du hast das Gefühl, nie genug Zeit zu haben.
  • Du bemitleidest dich oft selbst.
  • Du fühlst dich antriebslos und lustlos.
  • Du fühlst dich immer schlechter als andere.
  • Du nimmst nicht mehr wahr, wenn du etwas geschafft hast.
  • Du hast das Gefühl, dass alles schief läuft und nichts gut ist.
  • Du ärgerst dich ständig über das Wetter, den Stau, Wartezeiten bei der Bahn oder den Nachbarn der mittags den Rasen mäht.

All das, sollte dich alarmieren, etwas zu verändern!

Alle Punkte signalisieren dir, dass es gerade einfach nicht so läuft, wie du es dir vorstellst.

Warum Unzufriedenheit auch gut ist

Richtig gehört. Unzufriedenheit ist nicht immer schlecht.

Unzufriedenheit ist ein klares Indiz dafür, dass etwas nicht so läuft, wie du es eigentlich brauchst. Bemerkst du eine Unzufriedenheit in dir – egal wie groß oder klein sie auch sein mag – so sollte dies ein klarer Impuls für dich sein.

Du kannst Unzufriedenheit als Ansporn nutzen, etwas zu verändern und zu bewegen! Das ist eine überaus positive Sache, die du dir mal vor Augen führen solltest.

Mach dir klar, dass Unzufriedenheit kein Anlass für Selbstmitleid und Verzweiflung sein muss, sondern eine Chance ist, diesen Zustand zu verändern!

Gerade, wenn du das Gefühl, dass nichts gut in deinem Leben ist und du nur noch das Negative siehst, dann kannst du dies zum Anlass nehmen an deinen Unzufriedenheiten zu arbeiten. Auch Dankbarkeitsübungen und Achtsamkeit können dir helfen, deinen Fokus wieder zu verschieben und zu Lernen das Gute zu sehen.

Wann du etwas an deiner Unzufriedenheit ändern solltest

Unzufriedenheit wirkt sich dann negativ auf dein Wohlbefinden aus, wenn du ständig unzufrieden und mit nichts zufrieden bist.

Um herauszufinden, ob du an deiner Unzufriedenheit etwas ändern solltest, solltest du dir darüber bewusst werden, wie stark diese ausgeprägt ist.

Wenn du hin und wieder unzufrieden bist, dann ist das völlig ok. So geht es uns allen.

Wenn du das Gefühl hast, jeden Tag unzufrieden zu sein, dann solltest du etwas daran ändern. Wenn du bemerkst, dass du insgesamt unzufriedener als zufrieden bist, dann solltest du etwas dran ändern.

Auch, wenn deine Zufriedenheit stark an äußere Bedingungen gekoppelt ist, wie zum Beispiel das Empfinden von Freude nur bei Sonnenschein oder bei Zuwendung und Zuneigung anderer Personen, dann solltest du – in deinem eigenen Interesse – ebenfalls eine Änderung anstreben.

Um herauszufinden wie stark deine Balance aus dem Gleichgewicht geraten ist, kann ich dir Übungen zur Achtsamkeit empfehlen. Dadurch lernst du, dich auf das hier und jetzt zu fokussieren und deine Wahrnehmung auf das zu schulen, was ist.

Weniger unzufrieden in 6 Schritten

Wie du nun deine Unzufriedenheit konkret besiegen kannst, habe ich für dich in einem anderen Artikel erarbeitet. Dort findest du Tipps und eine konkrete Herangehensweise, wie du in 6 Schritten weniger unzufrieden sein kannst.

Hallo Glück | Workbook | Unzufriedenheit verstehen und verändern

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