Wie du mehr aus deiner Zeit herausholen kannst10 Min. Lesezeit

„Sandra, wann machst du das eigentlich alles?“, werde ich häufig gefragt. Ich arbeite Vollzeit, habe einen langen Arbeitsweg, einen Blog, ein Pferd und ein Abonnement im Fitnessstudio. Ganz zu schweigen von den alltäglichen Dingen wie Haushalt, Einkaufen und Essen. All diese Dinge nehmen Zeit in Anspruch.

Wieviel Zeit haben wir wirklich?

Auch meine Woche hat natürlich nur 168 Stunden. Wenn wir davon ausgehen, dass wir 8 Stunden pro Nacht schlafen (also ich brauche die auch), dann bleiben uns noch 112 Stunden für aktive Dinge. Wenn wir Vollzeit arbeiten, wir also die 40 Stunden Arbeitszeit plus 5h Pause in der Woche abziehen, dann bleiben uns noch 67 Stunden. Wenn du jetzt nun auch so einen langen Arbeitsweg hast, wie ich, der jeden Tag 2-3h in Anspruch nimmt, dann bleiben Summa summarum 52 Stunden pro Woche für den Rest. Ca. 7h pro Tag bleiben übrig. Klingt beim ersten Mal hören eigentlich recht viel, findest du nicht?

Was wir jetzt natürlich noch bedenken müssen, ist, dass wir diese 7h pro Tag nicht allein für unser Freizeitvergnügen verwenden können. Wir benötigen eine gewisse Zeit, um uns morgens fertig zu machen, müssen Essen und den Haushalt unter Kontrolle bringen. Realistisch gesehen könnte man diese Dinge sicher in 2-3h am Tag schaffen. So bleiben also noch knapp 4 Stunden Zeit für Freizeit. Wie klingt das für dich?

Den Realismus walten lassen: Zeit ist begrenzt

Wenn dir die Zeit von 4h pro Tag jetzt ziemlich wenig erscheint, dann geht es dir so wie mir. Wir müssen uns aber leider im Klaren darüber sein, dass die Zeit ein begrenztes Gut ist. Und zwar nicht nur der Lauf unseres Lebens, sondern auch jedes Jahr, jeder Monat, jede Woche und schlussendlich auch jeder Tag.

Du kannst jetzt auf verschiedene Weise mit diesem Gedanken und dieser Erkenntnis umgehen:

  1. In Panik ausbrechen, in Selbstmitleid versinken und dir sagen: „Ich habe einfach zu wenig Zeit.“.
  2. Erforschen, womit du tatsächlich wieviel Zeit verbringst und daraus deine Schlüsse ziehen. Entweder akzeptieren oder verändern.

Wir sind uns sicher beide einig, dass die erste Variante nicht wirklich eine Alternative ist, oder? Ich denke, du wärest nicht hier, wenn du dein Leben auch weiterhin dem Zufall überlassen möchtest. Und wenn das doch deine bevorzugte Alternative ist, dann mach es, leb damit und ärgere dich nicht mehr darüber. Denn auch das ist, hier und jetzt, genau deine Entscheidung.

Oder mach es so wie ich: Atme tief durch und schau dir deine Woche mal im Detail an und unterziehe deiner Wahrnehmung einen Realitätscheck. Wieviel Zeit hast du wirklich für deine Freizeitaktivitäten?

Wenn du weißt, was du wie lange tust, kannst du dich dafür oder dagegen entscheiden

Nur wenn du ganz genau weißt, womit du wie lange deine Zeit verbringst, kannst du es schwarz auf weiß betrachten und entscheiden wie dir dies gefällt. Und nur wenn du weißt, wie es dir gefällt, wie du dich damit fühlst, kannst du entscheiden, ob du daran etwas ändern möchtest.

So habe auch ich es gemacht. Das Resultat hast du oben gesehen. Ich konnten also diese Verteilung betrachten und mir dazu Gedanken machen:

  • Ist es mir Wert für meine Arbeit einen solchen Arbeitsweg auf mich zu nehmen? – JA. Ich liebe meine Arbeit. Ich fühle mich dort wohl und lerne jeden Tag dazu.
  • Könnte ich die Fahrzeit vielleicht anders nutzen? – JA. Ich könnte Bahnfahren und diese Zeit mit Lesen/Weiterbildung oder Blogschreiben füllen. Oder auch mal ein bisschen meditieren, wenn es gerade sehr trubelig ist.
  • Kann ich irgendwie verhindern, dass ich so viel Zeit mit dem Nachdenken über meinen Blog und der Reihenfolge der Themen verbringe? – JA. Ich kann die Themen und Ideen langfristiger planen, automatisiert ausspielen und dadurch jeden Tag für die wichtigeren Dinge Zeit finden.
  • Könnte ich mir mehr Zeit fürs Pferd nehmen? – JA. Ich kann an einem Tag mit dem Auto zur Arbeit fahren, um dann am Nachmittag schneller am Stall zu sein und mehr Zeit dort zu verbringen.
  • Kann ich die Zeit, die ich für den Haushalt aufwende, irgendwie einsparen? – JA. Ich hole mir Unterstützung dafür.
  • Kann ich die Zeit, die ich für Einkaufen und Essen machen aufwende, irgendwie verringern, und damit mehr Zeit für das eigentliche Essen haben? – JA. Ich plane die Gerichte grob für die ganze Woche. So kann ich gesammelt alles einkaufen und muss meinen Abend nicht damit vergeuden darüber nachzudenken, was ich denn nun essen will. Ganz nebenbei hat diese Wochenplanung auch einen weiteren gravierenden Vorteil: Ich entscheide mich aktiv für gesundes Essen gegenüber dem ungesunden Essen. Denn meist stoppe ich bei Burger King und Co., wenn ich Hunger habe und nichts im Haus ist, kein Plan da ist und mal eben schnell eine Entscheidung getroffen werden muss.
  • Kann ich gewährleisten alles unter einen Hut zu bekommen? – JA. Meistens schon. Und zwar genau dann, wenn ich meine (begrenzte) Zeit jede Woche so verteile, dass die Tätigkeiten ausgewogen sind. So setzte ich mich jede Woche hin und überlege: Wann gehe ich zum Pferd, wann gehe ich zum Fitness, wann nutze ich die Zeit für meinen Blog etc. Wenn ich das bereits grob am Anfang der Woche weiß, dann kann ich mich im Laufe der Woche darauf konzentrieren es auch tatsächlich zu tun, anstatt mich mit Grübeln aufzuhalten.

Auch du kannst dir deine Wochenzeit ansehen, dir derartige Fragen stellen und Antworten und Lösungen finden. Frage dich, was dir daran gefällt und was nicht. Was möchtest du neu priorisieren, wofür hättest du gern mehr Zeit? Was kannst du tun, um Zeiten umzuschaufeln oder zu verändern?

Du kannst nicht alles schaffen

Die bittere Erkenntnis, die auch ich erleben musste. Die es uns aber erst ermöglicht leichter durchs Leben zu gehen: Wir können nicht alles schaffen.

Wenn du eine Vielzahl von Interessen und Wünschen hast, dann kannst du nicht alles, jeden Tag machen. Wenn du dich aktiv dafür entscheidest auch alle diese Interessen befolgen zu wollen, dann kannst du nicht alles jeden Tag machen.

Ich musste so also feststellen, dass ich nicht jeden Tag zum Pferd gehen kann, wenn ich meine eigene Gesundheit durch den Besuch im Fitnessstudio verbessern und wenn ich diesen Blog betreiben möchte. Diese Entscheidung habe ich aktiv getroffen, nachdem ich erkannt habe, dass ich eben nicht alles jeden Tag tun kann. Seitdem ich mir dieser Erkenntnis bewusst bin, kann ich gelassener mit meiner Zeit umgehen und die einzelnen Tätigkeiten bewusst annehmen.

Wenn du also weißt, womit du deine Zeit verbringst und womit du deine Zeit verbringen möchtest, dann kannst du auch entscheiden, was du in welchem Maße tun willst. Welche Priorität haben die verschiedenen Aktivitäten? Welche setzt du an die erste Stelle, welche an die Zweite?

Strategien zum leichteren Umgang mit deiner Zeit

Gerade, wenn deine Tage so voll sind wie meine, brauchst du Strategien, die dir den Umgang damit erleichtern. Du kannst die Zeit nicht verlängern, aber du kannst dich weniger mit unnötigen Dingen aufhalten.

Wochenplanung

Egal ob digital oder analog. Schau dir einmal pro Woche an, was in den nächsten 7 Tagen ansteht. Schreibe dir auf, wann du was tust. Wann du zum Fitness gehst, wann du Freunde triffst, wann du einfach nur entspannen willst.

Hallo Glück | Mehr aus Zeit herausholen | Wochenplaner von GRAFIK WERKSTATT

Premium-Wochenplaner „To Do“ von GRAFIK WERKSTATT*

Gerade, wenn du mit mehreren Personen in einem Haushalt lebst, ist diese Planung enorm wichtig. Es erspart dir so manchen Ärger. Wenn ihr gemeinsam in einem Kalender oder – wie wir es tun – auf einem Board aufschreibt, wer wann welche Wünsche oder Aktivitäten hat, teilt ihr eure Erwartung an die kommende Woche. Ihr könnt Aktivitäten synchronisieren oder rechtzeitig feststellen, wenn etwas kollidiert. Auch könnt ihr sehen, wenn euch zu wenig Zeit für etwas bleibt und es direkt an dieser Stelle verändern und neu planen. Dadurch, dass ihr also gemeinsam darüber gesprochen habt, ist eure Erwartungshaltung gleich. Es entstehen also im Laufe der Woche weniger Missverständnisse und daraus resultierende Enttäuschungen.

Wochenplaner | Depot | Chalk Board
Wochenplaner | Depot | Chalk Board

Dieses wunderschöne und einfache Board ist von DEPOT: Tafeldeko Wochenplaner

Monatsplanung

Das Gleiche gilt auch für die kommenden Monate. Auch hier sollte ihr in regelmäßigen Abständen einen Blick drauf werfen. Schauen, welche Aktivitäten und Events anstehen, eure Termine synchronisieren und damit zumindest im Auge behalten. So entstehen innerhalb der Woche weniger „Überraschungsmomente“, die zu Stress und Ärger führen können.

Wir nutzen einen Kalender zum Aufhängen für die Monatsplanung:“

Visual Words Timer für 2*

Essensplanung

Wie ich bei meiner Identifikation der Zeiten herausgefunden habe, verbringe ich viel Zeit mit den Gedanken ums Essen und dem Einkaufen der richtigen Lebensmittel. Durch die Einführung einer Essensplanung konnte ich die Zeit dafür komprimieren und vereinfachen. Ich überlege mir, was es in der kommenden Woche zu Essen geben soll und was ich dafür benötige. So kann ich beispielsweise montags einkaufen und mir das für die nächsten Tage ersparen.

Wichtig für eine effektive Essensplanung ist, sich auch vorher die Woche angesehen zu haben. Wenn ich beispielsweise am Abend verabredet bin, dann brauche ich natürlich für diesen Abend kein Gericht planen. Wenn ich abends zum Sport gehe, dann möchte ich danach keine Pizza mehr essen usw.

Ein zweiter wichtiger Punkt ist, dass dieser Plan so flexibel wie möglich ist. Sprich: Wenn du mal spontan etwas anderes machst oder Reste übrig bleiben, dann muss das ok sein und sich umplanen lassen können. Das heißt konkret: Plane lieber ein Gericht weniger ein. Und wenn du richtig geübt bist, dann kannst du sogar die Gerichte so planen, dass sie annähernd die gleichen Zutaten verwenden. So erhältst du ebenfalls mehr Flexibilität.

Hallo Glück | Essensplaner

Den „Hallo Glück“-Essensplaner gibt es kostenlos in der Glücksbibliothek zum Download. Du kannst ihn dir jede Woche neu ausdrucken, oder ihn in einen Rahmen stellen und immer wieder neu mit einem Folienstift beschriften. Das ist nicht nur ein schönes Dekoelement, sondern schont auch noch die Umwelt.

Essensplaner jetzt ansehen und herunterladen

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Die Done-Liste

Immer dann, wenn du Zeit verplanst, dir Aufgaben und Aktivitäten setzt, ist es wichtig, diese auch im Nachgang noch mal zu betrachten. Schau dir am Ende des Tages an, was du alles geschafft hast. Andernfalls gehen die damit verbundenen Erkenntnisse und die Glücksgefühle, die du erlangst, weil du etwas erledigt hast, verloren. Wenn du beispielsweise beim Sport warst und die nächsten zwei Tage nicht, dann wirst du an Tag drei das Gefühl haben „schon ewig nicht mehr beim Sport gewesen zu sein“. Stimmt aber gar nicht. Daher solltest du bewusst erkennen, dass du beim Sport warst und es explizit abhaken. Dabei ist das Medium auch ganz egal: Hake deine digitale ToDo-Liste ab, hake die Aktivitäten in deiner Wochenplanung ab oder streiche sie durch. Schreibe dir am Ende des Tages einfach alles auf, was du gemacht hast (auch unabhängig von der eigentlichen Planung). Hauptsache du machst es bewusst und aktiv. Feiere die kleinen Erfolge: Nämlich deine Zeit nach deinen Wünschen genutzt zu haben.

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Hallo Glück | Wochenplanung | Done-Liste | Kalender von GRAFIK WERKSTATT
Kalender von GRAFIK WERKSTATT für Done-List

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