Warum Geschenke kaufen stressig sein kann und was du dagegen tun kannst10 Min. Lesezeit

Was geht dir durch den Kopf, wenn du an Weihnachtsgeschenke denkst? Verspürst du Freude, weil du dich auf deine eigenen Geschenke freust? Verspürst du Panik, weil du selbst noch keine Geschenke für Familie und Freunde besorgt hast? Bist du genervt, weil es jedes Jahr so ein großer Akt ist, Geschenke zu besorgen? Bist du oft spät dran und gerätst dann in vorweihnachtlichen Stress?

Ich gehöre zu der Sorte Mensch, die sich jedes Jahr aufs Neue vornimmt Geschenke rechtzeitig zu besorgen, sie toll einzupacken und dann bereits einige Tage vor Weihnachten gut gewappnet und entspannt, der Weihnachtszeit entgegen zu sehen. Die Realität sieht da meist anders aus: Ein bis zwei Wochen vor Weihnachten fällt mir auf, dass ich – fast wie jedes Jahr – noch gar keine Geschenke habe. Dann kann es durchaus passieren, dass ich sogar am 24. Dezember noch in der Stadt zu finden bin.

Ja, es sind nicht nur Männer, die den Vormittag an Heiligabend an der Karstadt-Kasse verbringen …

„In diesem Jahr schenken wir uns nichts“

Egal ob zu Weihnachten oder zum Geburtstag. Irgendwie gehört es doch zur Tradition einem Geburtstagskind oder der Familie und Freunden etwas zu Weihnachten zu schenken. Auch dann sogar, wenn wir gemeinsam mit unseren Mitmenschen entschieden haben „uns in diesem Jahr nichts zu schenken“, kommt doch meist eine Kleinigkeit um die Ecke. Kennst du das?

Ich frage mich, warum wir überhaupt irgendwann dazu übergehen wollen uns nichts mehr zu schenken.

Zum einen, weil wir uns jeden Tag im Jahr etwas schenken könnten – wenn wir denn nur wollen. Ja, genau. Könnten wir. Tun wir aber selten, oder?

Vielleicht liegt ein Grund auch darin, das Schenken nur noch als Ankurbeln der Wirtschaft zu betrachten, statt als Tradition oder liebevolle Geste. Als unnötige Geldausgeberei eben. Sicherlich ist der Einzelhandel dankbar für diese Zeit und kurbelt seinen Umsatz noch mal ordentlich an. Aber muss das so sein? Ich mein, du kannst ja auch etwas verschenken, was wenig bis gar kein Geld kostet!?

Der Grund liegt für mich vor allem auch darin, dass aus der Tradition, anderen eine Freude zu machen, ein Zwang geworden ist. Ein Zwang, der dich tatsächlich in Stress versetzen kann. Stress, weil du das Gefühl hast „unbedingt etwas Tolles finden zu müssen.“. Stress, weil du deinen Geldbeutel oft sehr strapazierst. Und Stress willst du doch eigentlich vermeiden, richtig?

Aus einer schönen Tradition kann schnell Stress werden.

Muss das so sein? Müssen wir das Schenken abstellen, um dem Stress aus dem Weg zu gehen? Gibt es nicht auch die Möglichkeit aus diesem vorweihnachtlichen Stress wieder eine tolle, freudige Tradition zu machen?

Stadt(schubs)bummel oder Online Shopping?

Im Dezember wird es üblicherweise ganz schön voll in der Stadt. Egal zu welcher Zeit du dich im Einkaufszentrum, in der Innenstadt oder im Kaufhaus wiederfindest: Es ist rummelig und trubelig.

Tausende Menschen rennen durch die Stadt, die Kassen bei Kaufhof sind maßlos voll, die Wartezeit entsprechend lang. Draußen ist es kalt, drin meist abartig heiß. Oh ja, in der dicken Winterjacke läuft der Schweiß ganz von allein. Jippie.

Die Menschen laufen vollkommen ziellos und rücksichtslos durch die Regale. Den Blick stets, und ausnahmslos!, auf die Waren gerichtet. Die Schals und Handschuhe hängen, statt ordentlich platziert, wüst durcheinander wie am Wühltisch des Sommerschlussverkaufs. Dazwischen findet man immer wieder genervte Verkäufer, die alles versuchen in Schach zu halten. 

Eine Situation, die in mir schon durchaus Stress auslösen kann: Hektik, Chaos, Geschubse, Hitze und schlechte Luft, Geschrei und Lautstärke. Wie geht es dir in dabei?

Ist Online-Shopping nun also die Alternative? Zumindest ist es ruhiger, besser klimatisiert und strukturierter. Du sitzt mit deinem Laptop auf dem Sofa, surfst durch Amazon und Co., legst die BluRays, Bücher und Schals in den digitalen Warenkorb. Fertig. Klingt doch ganz einfach.

Aber bist du dann wirklich fertig? Ja?

Es könnte die Artikel doch noch irgendwo günstiger geben. Vielleicht liest du auch noch mal durch die Bewertungen und stellst fest, dass nicht alle ausnahmslos begeistert sind. Also suchst du weiter.

Dann kommt dir plötzlich der Gedanke „Ob das tatsächlich das richtige Geschenk für deine Mutter ist?“. Du findest dich in anderen Kategorien der Online-Shops wieder, versuchst dich inspirieren zu lassen. Du googelst möglicherweise sogar „ausgefallene Geschenke für Mama“, um sicherzugehen, dass du tatsächlich auch ein gutes Geschenk findest.

Das Buch, welches du ursprünglich vorgesehen hast, rückt plötzlich in den Hintergrund. Und schwups, ehe du dich versiehst, ist es dunkel draußen. Wie schnell die Zeit vergangen ist! Stundenlang hast du gesurft, nach Inspiration gesucht, einige Warenkörbe gefüllt und doch wieder verworfen. 

War das jetzt weniger stressig? Nein, ich denke nicht.

Immer teurer, ausgefallener und besser – ist das wirklich unser Anspruch an die heutigen Geschenke?

Wenn du, so wie ich, dann auch noch von einer übergroßen Portion Perfektionismus geplagt bist, dann kann sich das Ganze auch schon mal mehrere Tage hinziehen. Und das ist fürchterlich stressig, finde ich. Sich ewig die Frage stellen zu müssen, ob man nun das richtige, das günstigste oder das beste Geschenk hat. Einfach ätzend.

Was löst den vorweihnachtlichen Geschenke-Stress eigentlich aus?

Warum stresst dich der Stadtbummel, das Online-Shopping und die damit verbundene vorweihnachtliche Zeit eigentlich?

  1. Weihnachten rückt immer näher. Möglicherweise hast also Stress durch Zeitmangel. Ist ja nicht mehr lang und du musst etwas finden!
  2. Die Auswahl ist zu groß. Du hast Stress, weil es zu viel Auswahl gibt und du dich nicht entscheiden kannst.
  3. Die Angebote machen es dir schwer. Die großen Schilder mit den überdimensionierten Prozentzeichen und Black Friday, Cyber Monday, Wintervorverkauf, Christmas Sale und wie sie doch alle heißen, sind ein zu dichter Dschungel mit Kaufanreizen
  4. Die anderen Menschen in der Stadt treiben dich in den Wahnsinn. Die Hektik, die Menschenmassen, alles ärgert dich und nervt.

Sind es aber wirklich diese äußeren Umstände, die dir das Schenken vermiesen und den Stress in dir auslösen?

Der vorweihnachtliche Stress entsteht in dir selbst. Nicht in den äußeren Umständen.

Du hast nicht früh genug angefangen, dich um die Geschenke zu kümmern

Dass du nun in Zeitnot gerätst, ist weder durch irgendwelche Angebote, noch durch den Kalender entstanden. Die Zeitnot hast du dir schlicht und einfach selbst eingebrockt. Vielleicht willst du das nicht hören, aber hey – mir geht’s auch so. Wir hätten einfach früher mal drüber nachdenken und vor allem handeln können.

In den Marketingabteilungen von Lego und Co. beginnt die Weihnachtszeit ja auch schon sehr viel früher im Jahr, damit sie uns pünktlich im Dezember mit Weihnachtsangeboten und -werbung bombardieren können. So liegt es auch in deiner Verantwortung dich rechtzeitig um die Geschenke oder die Ideen dafür zu bemühen. Niemand sonst ist dafür zuständig.

Du weißt eigentlich gar nicht, was du verschenken sollst

Oft entsteht der Stress auch schlichtweg dadurch, dass du gar nicht genau weißt, was du eigentlich verschenken könntest. Auf die Frage hin „was wünschst du dir eigentlich zu Weihnachten?“, müssen die Meisten von uns erstmal selbst nachdenken. Selten fällt uns dann ad hoc etwas ein, oder? Ganz ehrlich? Wir können uns die Dinge doch meist eh selbst kaufen, wenn wir sie brauchen.

Dein Stressgefühl entsteht also vor allem durch dein eigenes Gedankenkarussell: Was soll ich schenken … keine Ahnung … vielleicht ein Buch? … Ist es das Richtige? … Nein, vielleicht doch nicht … hat Mama dieses Buch schon? … Vielleicht sollte ich mir lieber etwas anderes ausdenken … und so weiter und so fort.

Dazu kommt auch die Frage, ob du das Buch nun für deine Mutter kaufen willst, weil es ihr gefällt oder weil dir nichts Besseres einfällt und jetzt keine Lust mehr hast zu suchen?

Wie kannst du den Stress beim Kauf von Geschenken nun reduzieren?

Die Zeit, das vorhandene Angebot, die purzelnden Prozente oder die anderen Menschen in der Stadt können wir nicht beeinflussen. Da stimmst du mir zu, oder?

Diese äußeren Umstände können wir einfach nicht verändern. Basta.

Du kannst dir die Zeit besser einteilen

Du kannst dir vornehmen, dich früher mit dem Thema Weihnachtsgeschenke auseinander zu setzen. Das hilft dir jetzt nicht, aber im nächsten Jahr ganz sicher. 

Wie wäre es mit einer kleinen Erinnerung in deinem Kalender? Lege dir einen Termin an, zum Beispiel für Oktober mit dem Titel: „Ich möchte weniger Stress in der Weihnachtszeit. Ich kümmere mich jetzt um die Geschenke.“

Oder könntest du dir selbst eine E-Mail schreiben, die du auf Oktober des nächsten Jahres datierest. Dort kannst du deine jetzigen Gefühle, die Tatsache, dass du in Stress geraten bist oder einfach nur den Wunsch äußern, früher im Jahr mit diesen Themen zu beginnen, an dich selbst schreiben. Die meisten Mailprogramme oder -Anbieter zeigen neben dem „Senden-Button“ einen kleinen Pfeil mit der Option eine Mail später zu senden. Alternativ könntest du auch über die Plattform ZukunftsMail.com eine Nachricht für dich verfassen.

Und wenn es jetzt schon spät ist und Weihnachten bald vor der Tür steht, dann kannst du es jetzt eh nicht ändern. Akzeptiere es, atme tief durch und hake diesen Punkt ab. Im nächsten Jahr hast du die Chance es besser zu machen.

Frage dich, warum du etwas verschenkst

Verschenkst du etwas, weil „man es halt so macht“? Oder weil du daran auch etwas Schönes finden kannst? Warum versuchst du jedes Jahr für deine Liebsten Geschenke zu finden? Was ist der Grund dafür? Kannst du eigene Motive für das Verschenken finden?

Ich habe mir die Frage natürlich auch gestellt. Mein erster und schneller Gedanke war: „Macht man halt so.“ Aber ist es das wirklich?

Eine gute Methode an dein tatsächliches „Warum“ zu gelangen, ist 3 mal danach zu fragen. Bei mir sieht das wie folgt aus:

„Sandra, warum verschenkst du überhaupt etwas an Weihnachten?“ – “Macht man halt so.“

„Warum?“ – “Weil es eine schöne Tradition im Jahr ist, bei gemütlicher Stimmung, meinem Gegenüber eine Freude zu bereiten.“

„Warum?“ – “Weil es mir Freude bereitet, jemandem ein Lächeln aufs Gesicht zu zaubern.

Der Grund, warum ich etwas verschenke, ist also nicht die Tradition an sich. Sondern die Freude daran, anderen eine Freude zu machen. Wie sieht es bei dir aus? Warum verschenkst du an Weihnachten oder Geburtstagen etwas?

Überlege dir vor dem Einkauf, was der Person gefallen könnte

Damit du nicht in das Gedankenkarussell gelangst, könntest du dir vorher überlegen, worüber sich die Person eigentlich freuen würde. Dann brauchst du nur noch gezielt nach diesem Etwas zu googeln oder nur noch gezielt in ein Geschäft zu gehen. Das spart nicht nur Zeit, sondern auch Energie und Nerven. Wenn du das Gefühl hast, ein passendes Geschenk im Kopf zu haben, dann verbraucht dein Gehirn weniger Energie daran zu zweifeln und du ersparst dir das erneute darüber nachdenken. Auch die Unsicherheit, ob du etwas passendes finden wirst, ist futsch. Raus aus deinem Kopf. Du kannst dich auf den Tag des Schenkens wirklich freuen!

Und damit meine ich nicht,  mal eben schnell zwischen Duschen und Frühstück, darüber nachzudenken. Setz dich ein paar Minuten gezielt hin und überlege, was der Person gefallen könnte. Warum jemandem ein Buch schenken, wenn er doch gar nicht liest?

Unpassende Geschenke zu schenken ist doch einfach unnötige Energie- und Geldverschwendung.

Was verbindest du mit dem Geschenkekauf und der vorweihnachtlichen Zeit?

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