Wie du deinen Urlaub mehr genießen kannst – Tipps für mehr Achtsamkeit auf Reisen21 Min. Lesezeit

Ich war urlaubsreif. So viel steht fest. In den letzten Monaten hatte ich ziemlich viel um die Ohren – selbst auferlegt natürlich. Gezwungen hatte mich ja niemand. Ich hetzte von einem beruflichen Termin zum Nächsten. Meine Wochentage waren so vollgestopft, vom Aufstehen bis zum Bettgehen.

Kennst du das, wenn dein Kalender ein Ereignis nach dem anderen zeigt und du versuchst dazwischen noch Abermillionen Freizeitaktivitäten hineinzustopfen?

Ganz genau das hatte ich gemacht. Trotz der 10-stündigen Arbeitstage und der stundenlangen Pendelei ins Büro nach Frankfurt, füllte ich meine Wochentage zusätzlich noch mit den längst überfälligen Besuchen im Fitnessstudio, am Stall und bei Freunden. Ich fühlte mich ausgelaugt und eindeutig urlaubsreif.

Ich sehnte mich nach Ruhe und Entspannung. Ich wollte einfach nur Daliegen, Nichtstun und die Füße hochlegen.

Ich sah mich schon einige Male in einer Hängematte zwischen großen Bäumen inmitten der Natur umher baumeln.

Gut, dass mein lang ersehnter Jahresurlaub kurz bevor stand. Und weil ich einfach so müde war, habe ich mir auch mit „Hallo Glück“ eine Auszeit gegönnt. Die diesjährige Urlaubszeit stand also vollkommen unter dem Motto: Entspannen und Genießen.

Entspannen und Genießen wäre so einfach, wenn da nicht das schlechte Gewissen wäre …

Leider fällt mir das Loslassen von Verpflichtungen und das Wegwerfen vom Anspruch, immer etwas Sinnvolles tun zu wollen, alles andere als leicht. Ständig denke ich an das, was ich tun könnte. Der Blogpost, der liegenbleibt. Der Stallbesuch der ausfällt. Um mich selbst vor dieser Situation zu schützen, habe ich mir für den Urlaub eine kleine Aufgabe gestellt:

Okay, irgendwie hat es doch ein bisschen was mit einem sinnvollen Tun zu tun, aber hey … so ganz auf null ist auch wirklich ganz schön schwer.

Ich wollte Methoden finden, die dir und mir helfen, unseren Urlaub noch mehr zu genießen. Ich wollte herausfinden, wie du bestmöglich vom Alltag abschalten und den innewohnenden, aufgebauten Stress reduzieren kannst. Ich wollte wissen, wie du möglichst aufmerksam im Hier und Jetzt verweilen und die absolute Ruhe und Entspannung erreichen kannst.

Klingt doch spannend, oder?

Ganz egal, wo oder wie lange du dir in diesem Jahr eine Auszeit nimmst. Diese Tipps werden dir helfen, um ebenfalls mit vollem Herzen zu genießen und Momente voller kraftspendender Energie zu erleben. Probier es einfach mal aus. Es tut auch nicht weh, versprochen!

Was macht deinen Urlaub so wunderbar?

Mein Mann und ich hatten uns irgendwie zur Regel gemacht, unseren Jahresurlaub im Juni zu nehmen. Da, wo die normalen Angestellten – wie wir – durch Feiertage am meisten rausholen können. So konnten wir uns auch in diesem Jahr wieder über einen drei-wöchigen Roadtrip durch die USA freuen. Es war mittlerweile das dritte Mal, dass wir mit einem Camper den Westen des Landes unsicher machten.

Egal, ob du zu neuen oder bekannten Orten aufbrichst – oder zuhause ein paar Tage verbringst – es gibt immer ein paar Dinge, die dich an deinem bevorstehenden Urlaub hochgradig erfreuen – sonst hättest du ihn ja nicht genommen, richtig?

Worauf freust du dich? Was erwartest du von deinem Urlaub?

Für mich bedeutet ein solcher Campingurlaub im Land der unbegrenzten Möglichkeiten immer ein kleines Stück Freiheit. Hinfahren zu können, wo auch immer es uns hinzieht. Heute mal Las Vegas erobern, morgen die absolute Ruhe zwischen Bäumen und Tieren in einem unbekannten State Park genießen. Nächste Woche zu einer touristische Wanderung im beliebten Zion Nationalpark aufbrechen oder mit dem JetSki den Lake Powell unsicher machen.

Frage dich:

  • Was bedeutet dein Urlaub für dich?
  • Worauf freust du dich besonders?/li>
  • Warum hast du genau diese Art des Urlaubs gewählt?

10 Tipps, wie du deinen Urlaub in vollen Zügen genießen kannst

TIPP#1
Werde dir darüber bewusst, welche Anspannung du in den Urlaub mitnimmst

Wenn wir in den Urlaub fahren, verbringen wir selten mehrere Tage an einem Ort. Wir fahren tausende Kilometer und genießen dies die meiste Zeit sehr. Nichts desto trotz macht sich manchmal auch ein wenig Stress breit, wenn der präferierte Campingplatz voll ist oder die Route aufgrund von Waldbränden umgeplant werden muss.

Auch mein eigener Perfektionismus kann manchmal ganz schön zur Plage werden: Statt irgendeinen Wanderweg, irgendeinen Campingplatz oder irgendetwas in einer Stadt anzusehen, soll es doch immer das Beste sein.

Klar, im Grunde bin ich mir darüber bewusst, dass es das Perfekte nicht geben kann. Aber dennoch fällt es mir unheimlich schwer eben genau danach nicht zu suchen.

Auch in deinem Urlaub kann es diese stressigen Momente geben. Warum sollte es auch gänzlich anders als im Alltag sein? Vielleicht hast du auch so große Erwartungen an diese Auszeit, an deine Reise, dass du sie gar nicht erfüllen kannst. Das wird dir dann direkt mit Enttäuschung quittiert und der Stress fühlt sich sogar stärker an, als du es vorher verspürt hast.

Wichtig ist, auch im Urlaub zu erkennen, wenn du dich gerade selbst unter Druck setzt. Den Stress wahrzunehmen ist der erste Schritt etwas dagegen zu unternehmen.

  • Welche Faktoren könnten dich aus der Ruhe bringen?
  • Welche Situationen und Umstände werden dich in deinem Urlaub wohlmöglich stressen?

Natürlich konnte ich vorher nicht wissen, dass irgendein bestimmter Campingplatz ausgebucht sein wird oder das uns Waldbrände behindern unsere Fahrt wie geplant fortzusetzen, aber ich weiß zumindest, dass der Perfektionismus in mir herrscht. Also weiß ich, dass das es ein Faktor sein wird, der mich in den Wahnsinn treiben könnte.

Überlege auch du, welche Faktoren dich negativ beeinflussen. Durch das Bewusst werden kannst du viel besser damit umgehen und dich selbst schneller durchschauen.

Erzähle deinen Mitreisenden von diesen Stressfaktoren

Holst du andere mit ins Boot, so können sie dich darauf aufmerksam machen und dich wieder auf den Boden der Tatsachen zurückholen oder einfach mehr Verständnis aufbringen. Das tut gut und hilft dir den Stresspegel so gering wie möglich zu halten.

TIPP#2
Den Flug, die Autofahrt oder die Bahnfahrt genießen lernen

Eigentlich willst du doch nur ganz entspannt zu deinem Urlaubsort gelangen und dann das: schreiende Kinder, nervige Mitreisende oder super unangebrachte Temperaturen in der Bahn oder im Flugzeug. Nicht, dass ich das nicht alles schon mal erlebt hätte …

Es gibt immer äußere Einflüsse, die eine Hin- oder Rückreise zur Qual werden lassen können. Mal abgesehen von dem Stau, der dir begegnen kann, wenn du mit dem Auto unterwegs bist.

Damit du schon die Hinreise gelassen hinnehmen und bereits den Anfang deiner Auszeit genießen kannst, sei dir eben genau darüber erst mal bewusst: es wird immer Situationen geben, die du nicht direkt beeinflussen kannst und die nicht immer deinen Vorstellungen entsprechen. Punkt. Aus. Basta. So ist es eben.

Wenn du einen kurzen Moment drüber nachdenkst, wirst du schnell ein paar dieser Punkte identifizieren können. Und wenn du sie vorher kennst, dann kannst du gezielt Gegenmaßnahmen ergreifen:

  • Gegen Geschrei helfen Oropax* (die weichen sind super und tun auch gar nicht weh! oder Noise Canceling-Kopfhörer
  • Gegen Licht hilft eine schöne Schlafmaske*
  • Gegen Langeweile und übermäßige Wartezeiten helfen Spiele, Bücher und Filme Denk daran sie offline-fähig zu machen, dann sparst du dir den Ärger über fehlendes Internet
  • Gegen Beschwerden aufgrund von zu langem Sitzen, helfen Thermacare gegen Rückenverspannungen* (Hatte ich eigentlich schon mal erwähnt, dass ich ein furchtbarer Junkie von Thermacare bin? Scheiß egal – es hilft halt gegen diese fiesen Rückenwehwehchen! Und auch die Sicherheitskontrolle am Flughafen hat, zu meiner Überraschung, nichts dagegen.), Reisestrümpfe und regelmäßiges herumlaufen gegen unwohle Beine und diverse Medikamente für den Notfall
  • Sollte doch mal Ärger aufkommen, helfen Entspannungsübungen und Meditationen. Manchmal findest du sogar im Flugzeug eine entsprechende Hilfe: Die Lufthansa hat zum Beispiel im Entertainment-Programm ein paar Meditationen zum Ansehen bereitgestellt: Wolkenvideos gepaart mit instrumentaler Musik, das bringt dich auf jeden Fall etwas runter, auf andere Gedanken und im Zweifel schläfst du sogar ein. Bist du nicht sicher, ob es so etwas gibt, dann schnapp dir ein paar Mediationen (wieder offline) von Balloon, Headspace oder auch Spotify.

Ich hatte kürzlich einen solch herausfordernden Rückflug: 11 Stunden neben einer Dame, die absolut nicht zur Ruhe kam. Einzig und allein beim Essen war sie in der Lage still zu sitzen und mich nicht mit diversen Körperteilen anzurempeln. Egal ob Ellenbogen, Fuß, Knie, Haare, Arme, Rücken sie war eine Meisterin darin.

Zuerst dachte ich, ich sage etwas. “Welch rücksichtsloses Verhalten”, ging es mir durch den Kopf. Ich hielt aber kurz inne und fragte mich, was der Beweggrund sein mag. Sicherlich nicht, weil die Dame mich zu ärgern versucht. Sondern weil sie sich unheimlich unwohl fühlt. Sicherlich hätte sie auch gerne geschlafen, schaffte es aber nicht. Bei Start, Landung und den Turbulenzen, die unser Flug für uns aufgespart hatte, konnte man ihre Nervosität sogar auch noch sehen. Flüge an sich, scheinen ihr große Probleme zu bereiten.

Durch diese Gedanken konnte ich meinen Geist bereits etwas beruhigen. Mit einer Prise Wohlwollen konnte ich somit weiter in Richtung Entspannung versinken. Auch wenn ich nicht wirklich viel geschlafen habe, war ich dennoch am Ende nicht unzufrieden oder genervt.

TIPP#3
Der erste Blick nach der Ankunft

Was passiert normalerweise, wenn du aus dem Flughafen, der Fähre, dem Auto oder dem Bahnhof heraustrittst? Deine Blicke wandern vermutlich suchend umher. Wo ist das nächste Taxi, mein Transferbus oder die Mietwagen-Station? Oft rennen wir unmittelbar, so schnell wie möglich, zum nächsten Schritt auf unserer Route.

Eigentlich ein guter Zeitpunkt, um einfach mal inne zu halten: Schenk deinem Urlaubseinstieg doch einfach mal die Aufmerksamkeit, die er verdient: Atme tief ein. Nimm die neuen Gerüche und Geräusche wahr. Saug die Urlaubsluft in dir auf. Spür die Wärme oder Kälte auf deiner Haut. Schau dir all die Menschen um dich herum an, sind sie so gehetzt, wie du vorher oder gibt es auch entspannte und achtsame Leute? Diese kurze Phase zaubert dir garantiert ein Lächeln auf dein Gesicht.

TIPP#4
Achtsames Fotografieren

Immer, wenn du an einem neuen Ort bist, einen Moment festhalten möchtest oder etwas interessantes siehst, was dir gefällt, machst du ein Foto davon. Unser Smartphone macht es uns da heute auch ganz schön leicht.

Vor allem bei populären Sehenswürdigkeiten wird dieses Phänomen besonders deutlich. Am Grand Canyon scheint sich niemand mehr so richtig die Zeit zu nehmen, um den Canyon in seiner Vielfalt zu betrachten. Der meist erste Blick führt durch das Smartphone oder die Kamera. Man muss ja zeigen können, dass man da war und diese Erinnerung für später aufbewahren.

„Welche Erinnerung?“

frage ich mich. Wenn das Foto das erste ist, was du von dem Ort oder der Situation mitnimmst, dann ist doch das Foto machen die erste Erinnerung? Ist doch irgendwie komisch.

Das Foto machen an sich, ist vollkommen okay. Vollkommen legitim. Die Art und Weise wie du es tust, lässt dich allerdings oft den eigentlichen Moment vergessen. Gut, dass du dagegen etwas tun kann.

Nutze den Impuls, etwas Fotografieren zu wollen, als Trigger

Wenn du den Reiz verspürst, dein Smartphone zu zücken und ein Foto zu machen, halte kurz inne. Du kannst diesen Moment, diesen Reiz, ganz wunderbar an eine neue Verhaltensweise koppeln. Im Normalfall führt dieser Fotografier-Wunsch direkt zum Foto. Nutze den Wunsch zukünftig, um dem Hier und Jetzt mehr Aufmerksamkeit zu schenken.

Schau dir die Gegend, die Sehenswürdigkeit, das Essen oder die Menschen um dich herum doch einen kurzen Moment ohne Kamera an:

  • Was siehst du?
  • Welche Farben kannst du wahrnehmen?
  • Welche Formen bieten sich dir?
  • Welche Emotionen zeigen die Menschen um dich herum?
  • Gefällt dir, was du siehst?

Dein nachfolgendes Foto, wird dann ganz besonders schön, weil du das Schöne an deinem Ausblick soeben erst erkannt hast. Das verspreche ich dir.

Der achtsame Blick durch die Kamera

Wenn du nun deine Kamera oder dein Smartphone vor Augen hast, macht es meist unmittelbar „Knips“. Foto fertig, Situation beendet, nächstes Bild oder weiter geht’s.

Dabei ist das Fotografieren an sich auch eine wundervolle Möglichkeit die eigentliche Situation mehr zu genießen. Deine Kamera gibt dir einen Rahmen vor, in den du deine Aussicht positionieren kannst. Atme tief ein und aus und ganz genau hin!

  • Welche Formen siehst du?
  • Welche Farben sind auf deinem Bild?
  • Wie stehen die Menschen zueinander?
  • Was siehst du auf ihren Gesichtern?
  • Welchen Ausschnitt möchtest du sehen?
  • Was passiert an den Rändern deines Bildes? Was im Hintergrund?

Wenn du gerade ein vorbeirennendes Eichhörnchen fotografieren willst, geht das natürlich nicht. Ist klar. Da ist das Eichhörnchen schneller weg, als du eingeatmet hast. Aber die meisten anderen Situationen kannst du so ganz wunderbar „mehr genießen“.

Was bedeutet „mehr genießen“ eigentlich?

Eine Situation mehr zu genießen bedeutet im Grunde nichts anderes, als den Moment stärker und intensiver wahrzunehmen. Du hast das Gefühl, etwas nicht genießen zu können, wenn deine Aufmerksamkeit zu schnell von einem zum anderen Punkt springt und deine Sinne die Eindrücke vollkommen unbewusst an dein Gehirn weiterleiten.

Wenn du den Wunsch hast, deinen Urlaub mehr zu genießen, dann geht es eigentlich darum achtsamer mit dir und deiner Umwelt zu sein und die Eindrücke möglichst bewusst und vollumfänglich aufnehmen zu wollen, oder liege ich da falsch?

TIPP#5
Wahrnehmung fokussieren und Lieblingsfarbe sehen

Eine tolle Möglichkeit dem Hier und Jetzt mehr Aufmerksamkeit zu schenken, ist das Farben sehen.

Such dir vor deinem Urlaub eine Farbe aus. Egal ob deine Lieblingsfarbe, oder eine, die gerade deine Aufmerksamkeit hat und lege deinen Fokus beim Sehen auf diese Farbe.

Du wirst schnell feststellen, dass dir diese Farbe, plötzlich verstärkt erscheint. Deine Wahrnehmung wird diese Farbe bald schneller und intensiver wahrnehmen. Und so nimmst du Aspekte deiner Reise eben auch bewusster und stärker wahr.

Ich habe mir zum Beispiel die Farbe Gelb ausgeguckt und ganz tolle Formen, Farben und Objekte auf meiner Reise entdeckt. Die schönsten davon habe ich fotografiert (und dabei das achtsame Fotografieren genutzt). Ich war wirklich erstaunt, wie schnell ich auf einmal überall diese gelben Hydranten und Fahrbahnmarkierungen gesehen habe.

So ergibt sich im Nachhinein ein tolles Sammelsurium aus interessanten Fotos, die prima zusammenpassen. Vielleicht kannst du davon eine Collage machen oder sie in ein Fotobuch vom Urlaub integrieren.

Achtsamkeit auf Reisen | Fokus auf Farbe setzen


Dieser schnell wachsende, automatische Fokus ist übrigens ein gutes praktisches Beispiel dafür, dass unsere Wahrnehmung zu fokussieren in der Lage ist:

Genauso, wie du vermehrt diese eine Farbe siehst, genauso ist es auch mit Verhalten, vermeintlichen Fehlern oder ungewünschten Eigenschaften andere Personen. Ärgert dich etwas an einer Person, wird deine Wahrnehmung auch immer mehr Indizien genau dafür sammeln. Sie wird dich, genauso wie bei der Farbe, verstärkt darauf aufmerksam machen. Auch wenn alles andere immer noch genauso und sogar unverändert ist.

TIPP#6
Gelassener Bus-, Bahn- oder Autofahren

In der Regel machen wir im Urlaub mehr Ausflüge als zuhause. Gerade bei Städtereisen verbringen wir viel Zeit damit jeden Winkel des neuen Ortes zu erkunden. Nicht selten bringt uns ein Mietwagen, ein Bus oder eine Bahn dorthin. Auch dort kannst du etwas tun, um die Reise verstärkt zu genießen.

Blicke dich um

Schau dir an, was die Fahrt von den alltäglichen Fahrten unterscheidet.

  • Kleiden sich die Menschen anders? Verhalten sie sich anders?
  • Wie sieht die Landschaft aus, die an dir vorbeizieht?
  • Kannst du andere Schilder entdecken?

Komm zu dir

Die Fahrten kannst du auch wunderbar für eine kleine Meditation nutzen. Spüre einfach mal ganz bewusst, wie sich sich das Sitzen anfühlt. Welche Bewegungen kannst du spüren? Wie geht es dir? Kannst du deinen Atem wahrnehmen?

TIPP#7
Setz dich auf Bänke und beobachte deine Umgebung

Sitzbänke, egal ob in der Stadt oder auf dem Land, sind zum Ausruhen da. Klar. Als erstes denkst du dabei wohl ans körperliche Ausruhen. Dem Verschnaufen, nachdem du durch die ganze Stadt gerannt bist.

Eine Bank kann aber auch ein Ort des mentalen Verschnaufens sein. Setz dich hin, wann immer du an einer Bank vorbeikommst. Gib deinem Geist einen Moment Pause.

  • Wie fühlt sich die Bank an?
  • Kannst du einen Unterschied zur Vorherigen bemerken?
  • Was siehst du aus dieser Perspektive?

Achte auf deinen Atem und lächle innerlich (es ist ja schließlich Urlaub und es ist schön, was du siehst – nehme ich an)

Du brauchst nicht stundenlang dort sitzen. Ein bis zwei Minuten reichen völlig, um einen kurzen Moment im Hier und Jetzt anzukommen.

TIPP#8
Sightseeing mal anders

Jeder kennt es: Um die Freiheitsstatue kreisen hunderte Boote. Den schiefen Turm von Pisa mal ohne Menschen-Dekoration zu betrachten, ist schier unmöglich. Den Anblick des Grand Canyons in vollkommener Ruhe zu genießen – Fehlanzeige.

Das Phänomen Sightseeing gibt es in allen Ecken und Enden der Welt. Egal wie berühmt ein Ort ist, jeder hat eine Besonderheit zu bieten. Und immer finden wir Menschen dort, die sich dafür zu interessieren scheinen. Auch du wirst sicherlich von Zeit zu Zeit zu einem überlaufenden Ort kommen.

Klar, machst du auch da Fotos von der Sehenswürdigkeit. Aber es gibt da noch etwas, dass du tun kannst:

Dreh dich um

Statt das Touristenobjekt zu betrachten, dreh dich genau in die anderen Richtung. Beobachte was du dabei siehst. Beobachte die Menschen, die die Sehenswürdigkeit fotografieren oder ansehen. Wenn möglich geh auf die Rückseite der Sehenswürdigkeit und schau, was du da so alles wahrnehmen kannst. Manchmal kannst du ganz wunderschöne Dinge direkt neben dem eigentlichen Publikumsliebling entdecken.

Wechsel die Perspektive

Beim verstärkten genießen geht es vor allem um das Wahrnehmen eines Augenblicks. Wechsel von Zeit zu Zeit mal die Perspektive. Dreh dich um. Schau nach unten. Nach oben. Versuche die Dinge aus einer anderen Richtung zu betrachten.

Ich habe zum Beispiel angefangen verstärkt auf die Dinge am Boden zu blicken. Daraus ist mein kleines Projekt ground.standing entstanden. Dort sammele ich all die schönen Blicke, die sich mir bieten:


Laufe gegen den Strom

Immer dann, wenn Menschenmengen, wie von einem Magneten angezogen, in eine Richtung schreiten, gibt es garantiert etwas zu sehen. Auf diesem Weg oder am Ende befindet sich ganz sicher das absolute Highlight dieser Umgebung. Mach das ruhig, denn es ist sicher super spannend.

Doch mach auf jeden Fall auch mal genau das Gegenteil. Laufe in die andere Richtung. Du wirst Orte oder Landschaften entdecken, die mindestens genauso schön, aber definitiv ruhiger sind.

Wir waren vor ein paar Jahren im Bryce Nationalpark. Dort gibt es einen Shuttlebus, der einen von A nach B bringt. An einem Ort im Park ausgestiegen versuchten wir uns erstmal zu orientieren. Alle Menschen um uns herum liefen in Richtung Wanderweg und Aussichtspunkt 1. Wir drehten uns um und erspähten einen anderen Weg. Und was soll ich sagen? Es war wunderbar. Wir konnten eine ruhige Wanderung unternehmen, nicht umsäumt von vielen Menschen, mit atemberaubendem Ausblick. Ob wir etwas verpasst haben? Ohne zu wissen, was es auf der anderen Strecke zu sehen gab, sage ich „Nein“. Es war einfach wunderbar.

TIPP#9
Finde deine Ruheorte statt Überfüllung und Trubel

Ruhe ist etwas, dass jedem Menschen gut tut. Auch dir. Im Urlaub geht es um Entspannung. Vor allem um Entspannung von Geist und Gedanken. Trubelig ist dein Alltag ohnehin, da kannst du diese Pausen gut gebrauchen.

Schau dich um, wann immer du Ruhe finden kannst. Laufe oder fahre auf ruhigen Straßen entlang. Such dir Stellen in der Natur in denen du völlig allein bist. Genieße die Ruhe eines Flusses in der Großstadt oder besuche einen Park. Lauf raus aufs Feld, erblicke und rieche Blumen und Bäume.

Die Natur, ganz egal ob Baum, Wasser oder Landschaft an sich, strahlt eine ungemeine Ruhe aus. Es ist viel einfacher sich in einer solchen Atmosphäre ganz auf sich selbst oder den Moment zu besinnen. Das Innehalten ist hier die Devise. Immer wenn du Natur siehst oder berühren kannst, dann mach es. Es erdet dich in diesem wunderbaren Moment.

In der USA ist das natürlich unheimlich einfach. Stundenlang kannst du über einsame Straßen fahren und die stetig wechselnde Landschaft in dir aufsaugen. Ich erinnere mich noch gut, als ich nach einem solch erholsamen Road Trip einige Tage in Los Angeles unterwegs war. Ich merkte, wie mich die Betonwüste aufwühlte. Ich fühlte mich von dieser dreckigen und furchtbaren Stadt einfach erdrückt.

Meine Stimmung begann zu sinken und einen grauen Schleier über die eigentlich wunderbare Urlaubszeit zu legen. Was tat ich also? Mitten in einer Wohnsiedlung stoppte ich den Wagen, stieg aus und umarmte einen Baum. Ja, richtig gehört. Ich umarmte einen Baum. Klingt nicht nur lustig, war es auch. Ich kam mir reichlich doof vor, aber – und jetzt kommt der Clue – ich fühlte mich danach besser. Die Natur hatte mir einfach einen kleinen positiven Schubser in Richtung Ruhe und Achtsamkeit verpasst, den ich in diesem Moment so bitter gebraucht hatte. (Wenn dir das ein bisschen zu krass ist, dann lehn dich einfach an den Baum an. Das wirkt dann doch ein bisschen weniger komisch.)

Noch eine andere Erkenntnis hat mich diese Stadt gelehrt: Wenn du deine Wahrnehmung auf das Hier und Jetzt besinnst, erlangst du Ruhe. Wenn du Ruhe erlangst, kannst du aus negativen Gedanken aussteigen.

Vor einigen Jahren, als ich diese negative Sichtweise auf L. A. gewonnen hatte, hatten sich meine Gedanken und meine Wahrnehmung auf das Schlechte fokussiert. Ich sah nur Dreck und zerstörte Häuser und Gehwege. Ich konnte die wunderbaren Dinge einfach gar nicht sehen. Ganz ähnlich, wie die Sache mit dem Farben sehen, erinnerst du dich?

In diesem Jahr war mein Eindruck ein völlig anderer. Ich hatte mich lange Zeit mit Achtsamkeit und dem Glück beschäftigt (Beim Lesen von Hallo Glück hättest du damit sicher gaaaaar nicht gerechnet, was?). Ich kann also behaupten, dass meine Fähigkeit, den Moment zu genießen, stark gewachsen ist. So konnte ich in L. A. herumlaufen und die schönen Dinge bemerken. Stylische Cafés, schöne Bäume und Pflanzen, bemerkenswerte Street Art und tolle Strände.

Bäume in San Diego | Lerne, das schöne zu sehen


Ich fokussierte mich nicht mehr auf die hässlichen Stellen, sondern sah nur noch die Schönen. Mit anderen Worten: Die Hässlichen bekamen von mir nicht mehr so viel Aufmerksamkeit. Ich nahm sie wahr, aber sie berührten mich nicht. Dadurch war der Aufenthalt dort sehr viel schöner und positiver!

Also: Egal wo du bist – und das geht übrigens auch einfach mal direkt vor oder nach der Arbeit: Finde die Natur, finde die Ruhe und atme sie für einen Moment ein. Es wirkt Wunder!

TIPP#10
Weitblick finden und Details sehen

Blick in die Weite in der Wetterau


Ähnlich wie die Natur verhält es sich auch mit Weitblick oder Details in der Landschaft oder in der Stadt.

Ich habe nicht schlecht gestaunt, als ich das erste Mal mit dem Zug durch die Wetterau fuhr (das ist ein Landstrich in Mittelhessen).

Ich konnte soooo unendlich weit sehen. Das, was ich an der USA immer so liebe, direkt vor der Haustür! Ich war völlig aus dem Häuschen!

Aus dem Ruhrgebiet war ich diese Weite tatsächlich nicht gewohnt. Das war mir damals überhaupt nicht bewusst. Aber ich muss sagen: Es gibt mir unheimlich viel Kraft. Jedes Mal, wenn ich aus dem Fenster blicke, wenn ich mit dem Zug fahre oder irgendwo am Feldrand stehe, merke ich, wie sehr der Weitblick Kraft geben kann.

Wann immer du die Möglichkeit hast weiter zu blicken, als ein paar Meter, nutze sie! Schau dir die verschiedenen Schatten und Formen in deiner Umgebung an. Versuch die unterschiedlichen (Tiefen-)Ebenen zu sehen.

Der Weitblick lässt dich für einen kurzen Moment, ganz automatisch, abschalten. Es fühlt sich an, als ob dein Gehirn kurz auf den Reset-Knopf drückt. Es ist ganz wunderbar.

*= Affiliate Link: Ich bin ganz ehrlich: Ich erhalte eine Affiliate Provision, wenn du über diesen Link einkaufst. Du zahlst keinen Cent mehr als sonst. Du kannst dir auch absolut sicher sein, dass ich dir niemals etwas anpreisen würde, nur um Geld zu bekommen. Es sind immer Empfehlungen von Dingen, die ich selbst nutze und von denen ich wirklich überzeugt bin.

Wie genießt du deinen Urlaub?

Hast du vielleicht schon etwas davon ausprobiert oder noch eine andere Idee? Lass es mich wissen!

2 Comments

  • Ute
    Ich stehe auf meiner Nordsee Urlaubsinsel am Deich, schaue aufs Meer, schaue den Wellen zu und halte mein Gesicht in den Wind. Das kann ich stundenlang (solange ich halt nicht einfriere;) ). Das ist für mich abschalten und Entspannung pur. Oder mit den Füßen im Wasser am Strand entlang wandern, dabei vergesse ich die Zeit
    • sandra
      Hallo Ute, das klingt ganz wundervoll! Der Weitblick aufs Meer hat wirklich etwas Beruhigendes. Vor allem, weil auch noch das Rauschen dazu kommt. Entspannung direkt auf 2 Kanälen – Auge & Ohr – das ist klasse! Wenn du an der Nordsee wohnst, dann hast du diese tolle Möglichkeit zum Abschalten ja direkt vor der Haustür. Falls nicht, versuche solche Momente oder Situationen auch bei dir Zuhause zu finden (wenn nicht schon bereits geschehen). Liebe Grüße, Sandra

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